Eine Anfrage zur alarmierenden Situation rund um die Gewalt gegen Schiedsrichter stellte die sportpolitische Sprecherin und Obfrau der FDP-Bundestagsfraktion, Frau Britta Dassler, Ende Dezember 2019 an die Bundesregierung.

Britta Dassler stellt dazu fest:

„Es ist Aufgabe der Politik, die Sicherheit der Schiedsrichter zu gewährleisten und dem Ehrenamt einen gewaltfreien Raum zu bieten. Bundesinnenminister Seehofer hat die Chance, seine Aussagen vom Oktober 2019 als Moderator und Initiator in dieser Sache tätig zu werden und proaktiv mit Ideen und Lösungsvorschlägen das Thema auf die politische Agenda zu setzen. Doch anscheinend hat er nur eine Rede gehalten und will das Thema nicht voranbringen, wie seine Antwort auf die Kleine Anfrage verdeutlicht, mit Begrifflichkeiten wie Autonomie des Sports und Föderalismus, glaubt er sich aus der Handlungsverpflichtung zu befreien und erkennt die Brisanz der Lage nicht. Mein Fazit ist, dass der Minister Seehofer die Schiedsrichter und Ehrenamtler im Stich lässt, das ist fahrlässig für den Sport, das Ehrenamt und damit die gesamte Gesellschaft.“

Die Antworten auf die Anfrage waren enttäuschend. Der Bundesregierung liegen keine Zahlen zu Übergriffen vor und man möchte auch keine belastbaren Daten ermitteln.

Horst Seehofer selbst sprach Ende Oktober 2019 von einer „Verrohung der Gesellschaft“, wollte „als Moderator und als Initiator“ tätig werden, sein Ministerium sollte die Verbände zu dem Thema befragen.

Immer mehr Schiedsrichter werden Opfer von Gewalt, immer weniger wollen dieses verantwortungsvolle Amt des Spielleiters ausüben. Vor allem in der Sportart Fußball gibt es auf Kreis-, Landes- und Regionalebene vermehrt gewalttätige Übergriffe auf Unparteiische.

Zuletzt stellten sogar der Berliner und Saarländische Fußballverband den kompletten Spielbetrieb an einem Wochenende ein, um die Öffentlichkeit auf die Dringlichkeit dieses Problem hinzuweisen.