Britta Dassler MdB besucht Erlanger und Herzogenauracher Kindertagesstätten

Erlangen/Herzogenaurach – Britta Dassler MdB (FDP) besuchte gemeinsam mit dem kinder- und jugendpolitischen Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Matthias Seestern-Pauly MdB vergangenen Dienstag den Erlanger Waldkindergarten Mooswichtel und den Herzogenauracher Kindergarten Villa Herzolino.

Die beiden Abgeordneten wollten sich einen persönlichen Eindruck über die Herausforderungen von Kindertagesstätten und die Auswirkungen des sogenannten „Gute-KiTa-Gesetzes“ machen.

Im Waldkindergarten Mooswichtel werden die Kinder bis auf wenige Ausnahmen unter freiem Himmel betreut. Sie schlafen und essen im Freien. Die Kinder spielen mit dem, was ihnen die Natur bietet und lernen viel über die Kreisläufe der Natur. Während „normale“ Kindergärten diverse bürokratische Hürden, wie Absturzsicherheiten und Bau- oder Raumakustik erfüllen müssen, sind Waldkindergärten bisher davon verschont geblieben. „Wir müssen auch zukünftig für die Möglichkeit von alternativen Konzepten kämpfen. Nur so bekommen wir stetig neuen Schwung in die Landschaft der frühkindlichen Bildung“, ist sich Britta Dassler sicher.

Das Gute-KiTa-Gesetz bezeichnete Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey (SPD) jüngst als „Meilenstein“. Bis 2022 sollen 5,5 Milliarden Euro an die Länder fließen.

Die beiden FDP-Politiker halten das Gesetz hingegen für ein Desaster. Das Gute-Kita-Gesetz sei lediglich ein Fördergesetz für klamme Länder. Es sei völlig unklar, wie die Finanzierung nach 2022 geregelt werden soll.

In öffentlicher Anhörung hatten Sachverständige den Gesetzentwurf scharf kritisiert. Denn das Gesetz wird seinem Anspruch bei weitem nicht gerecht: die Länder verwenden die zugewiesenen Mittel größtenteils für die Beitragsfreiheit, anstatt echte Verbesserungen in der Betreuungsqualität zu erreichen. „Wir müssen das Geld für gut ausgebildetes Fachpersonal, einen besseren Betreuungsschlüssel und Sprachförderung ausgeben und nicht für kostenlose Kitaplätze“, forderte Matthias Seestern-Pauly. In der Realität sorge Beitragsfreiheit vor allem zu einer stärkeren Entlastung von Gutverdienern. Laut nationalen Bildungsbericht fehlen 300.000 Erzieherinnen und Erzieher bis 2025.

„Unser Ziel ist eine hohe Betreuungsqualität für alle Kinder, unabhängig von der sozialen Herkunft“, sagte Dassler. Statt eines wirklich guten Kita-Gesetzes wurde ein Verpasste-Chancen-Gesetz verabschiedet.