Leipzig – Am vergangenen Dienstag fand das erste Bildungssymposium mit der Bildungspolitikerin Britta Dassler MdB (FDP), dem Erfolgstrainer und Stifter Ralf Rangnick, dem Professor für Medienpädagogik Kai-Thorsten Buchele und dem sächsischen Staatsminister für Kultus Christian Piwarz zum Stand der Digitalisierung von Grundschulen statt. Ziel des Symposiums war es, Wege zu modernen, digitalen Grundschulen zu erörtern und zeitnah eine neue Schulkultur aufzubauen, welche die Kinder auf die Digitalisierung der Gesellschaft vorbereitet. „Bildung ist der Schlüssel zu allem“, betont die Bundestagsabgeordnete Britta Dassler. Dazu muss eine moderne Schule digital und analog zu gleichen Teilen sein. „Kinder wachsen zu 100 Prozent digital auf, aber der Unterricht ist zu 100 Prozent analog“, fügte Ralf Rangnick hinzu. So sollen didaktische Konzepte zukünftig ganzheitlich gedacht werden, damit Schülerinnen und Schüler mit Spaß den Schulalltag und Unterricht „konsumieren“ können. Deshalb hat sich die Stiftung den nächsten Termin der Kultusministerkonferenz am 10. Dezember 2020 notiert, um dort gegebenenfalls vor den Bildungsministern der Länder vorzusprechen.

Auf dem Weg zur Digitalen Schule gibt es allerdings große finanzielle und organisatorische Hürden. So wurden bis zum 30. Juli 2020 aus Sachsen lediglich 15,8 Millionen Euro der insgesamt 5,5 Milliarden Euro zur Verfügung stehenden Mitteln ausgeschöpft. Aus Sicht des Symposiums liegt das vor allem an der komplexen Antragsstellung und fehlender Kompetenz in den Schulen. So muss beispielsweise ein medienpädagogisches Konzept für die Beantragung erstellt werden. Insbesondere in der Erstellung dieses Konzeptes werden die Schulen von Bund und Ländern alleine gelassen. Für das Bundesland Sachsen im Speziellen kommt erschwerend hinzu, dass der Mittelabruf durch unflexible Fristen erschwert wird. So konnten Schulen lediglich bis 30. September 2020 (ursprünglich 30. Juni 2020) entsprechende Mittel für das laufende Haushaltsjahr beantragen (vgl. bayerischer Stichtag ist Ende 2021). „Gerade in der Coronazeit sollte hier mehr Flexibilität ermöglicht werden, sodass keine Schule leer ausgeht“, fordert Britta Dassler.

Eine große Hürde ist allerdings auch, dass die Schulen Angst haben, dass sie mit den neuen Medien nicht zurechtkommen. Verstärkt wird dies durch das Gefälle im Wissensstand um digitales Arbeiten in der Lehrerschaft. Dazu sagte Prof. Buchele: „Das Problem an der Digitalisierung ist das Analoge!“ Denn die Umstellung der Unterrichtsinhalte auf digitale Wissensvermittlung ist aufwendig. Dabei wird die Lebenswelt der Kinder oftmals nicht berücksichtigt, obwohl das Wissen der Kinder wertvoll integriert werden könnte. Schlussendlich müsse die Rolle des Lehrers als Lernbegleiter weiterentwickelt werden.

Wenn es in Deutschland jetzt keine beschleunigte Digitalisierung gibt, dann wird Deutschland abgehängt. Doch für die Demokratie ist Medienkompetenz ein wichtiges Gut, denn bereits heute sei, laut Britta Dassler, aus der Coronakrise eine Bildungskrise entstanden.